Wanderausrüstung

Wanderfreunde als Ausrüstung zu benennen geht natürlich überhaupt nicht. Trotzdem gehört es natürlich zu den wichtigen Dingen in netter Begleitung zu wandern. Wie alle anderen Wandervereine auch gibt der Schwarzwaldverein hier alle Möglichkeiten. Nette Leute kennenzulernen, nette Unterhaltungen zu führen, auch mal völlig ohne zu reden in der Gruppe mitzugehen, neue Wege kennenzulernen usw. usw. Außerdem sind Wanderfreunde immer auch „der Helfer in der Not“, denn wenn du dir mitten im Wald den Knöchel verstauchst ist es etwas völlig anderes ob du allein oder mit Wanderfreunden unterwegs bist.

Bevor wir im Schwarzwald ankamen sind wir meist zu zweit gewandert, manchmal auch mit Freunden zu viert. Alleine gehen wir immer noch, aber oft auch mit dem Verein. Du hörst immer die neuesten spannenden Geschichten aus dem Leben im Städtle und wenn es neue Wanderausrüstung gibt, wandert die natürlich immer mit.

Norbert hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich noch gar nichts zum GPS gesagt habe. Also will ich das hier nachholen.

Angefangen habe ich mit einem „Garmin GPS eTrex Venture“. Den habe ich mir gekauft, als ich nach Südbaden umgezogen bin. Damit habe ich ziemlich viel rumexperimentiert, habe mir die Daten für Süddeutschland gekauft und auf das Gerät geladen und bin danach gewandert. Manchmal bin ich im Gestrüpp gelandet, weil die Anzeige und die Möglichkeiten eher eingeschränkt waren. Von Anfang an genutzt habe ich die Möglichkeit die gelaufene Strecke aufzuzeichnen.

Dann habe ich die Fenix3 von Garmin entdeckt. Der Umgang damit war viel leichter. Die Uhr hast du sowieso getragen, du musstest einzig die Wanderung starten, schon wurde alles aufgezeichnet. Aber die Uhr war schon ein „Klopper“. Elegant war was anderes. Aber sie hat präzise das getan was sie sollte. Sie hat die Stecke, die Wanderzeit und die Höhenmeter aufgezeichnet. Und die Uhrzeit hat sie auch noch angezeigt. Es gab sogar verschiedene Uhrenlayouts, die man sich runter laden konnte.

Dann kam die Samsung Galaxy Watch heraus. Die sieht schon mehr wie eine Uhr aus, die man auch für sportliche Aktivitäten nutzen kann. In Verbindung mit meinem Smartphone kann ich über die Uhr sogar telefonieren. So kann ich während einer Wanderung das Handy getrost in den Rucksack packen und trotzdem die Strecke aufzeichnen und ein Anruf entgeht mir auch nicht mehr, da ja jetzt meine Uhr klingelt. Wirklich tolles Wanderzubehör.

Wenn ich mich aber mal verlaufen habe, sagt die Uhr auf einmal nichts mehr. Dann hole ich mein Handy raus, starte Windy Maps und GPS auf dem Smartphone und sehe nach, wo ich gerade bin. Dann nehme ich mir die Karte (aus Papier) in die Hand und sehe nach, wie ich am besten auf den Weg zurück komme und meine Wanderung fortsetzen kann.

Wenn mich also jemand fragt, ob man GPS braucht um zu wandern sage ich: GPS braucht man unbedingt, wenn man Spaß daran hat. Außerdem wenn man schnell seinen Standort herausfinden will und mit Karte und Kompass nicht umgehen kann. Für Schatzsucher ist GPS sogar enorm wichtig.

Zum Wandern braucht man eine gute Karte. Im Schwarzwald ist das die Karte des Schwarzwaldvereins. Sonst braucht man nichts. Wer die Wanderwegmarkierung (die Raute) des Schwarzwaldvereins verstanden hat benötigt im Schwarzwald nicht mal eine Karte um sich zu orientieren. Wer sich auf den Wegen des SWV bewegt und sich verläuft ist selber schuld.

Bei der Karte ist ein zum Wandern geeigneter Maßstab wichtig. Gute Wanderkarten haben den Maßstab 1:35000 oder besser 1:25000.

 

Update: Ich habe mir jetzt die Galaxy Watch 4 gekauft und dachte zunächst, dass auch nicht viel mehr für mich nützliche Tools verbaut sind (offensichtlich gehören Wanderer nicht zu dem Zielpublikum für diese Uhr). Zu meiner großen Überraschung funktionieren aber jetzt, ganz anders als bei der ersten Watch, die Tools so, wie man sich das vorstellt. Das Design ist (zum Glück) nur sehr unwesentlich verändert worden und so bin ich alles in allem wieder sehr zufrieden mit der Uhr.

 

Der Wanderstock ist eigentlich total unwichtig, es sei denn du brauchst einen. Dann ist er sehr wichtig und es ist wichtig, dass es der Richtige ist. Also einer, der für deine Größe richtig eingestellt ist und der im Notfall dein Gewicht abstützt, wenn du dich drauf stützt. Während die meisten Wanderer mit 2 Stöcken unterwegs sind, komme ich mit einem Stock recht gut zurecht (ich brauche die andere Hand ja auch zum Fotografieren). Ich habe natürlich auch 2 Stöcke nehme aber immer nur einen mit zum Wandern. Ich brauche den Stock wenn der Weg zu glatt ist, oder es steil bergauf oder bergab geht, ansonsten ist er nur am Rucksack befestigt. Für mich ist wichtig, dass ich die Stocklänge sehr einfach gut variieren kann. Geht es bergab muss der Stock länger sein, geht’s bergauf entsprechend kürzer.

Außerdem brauche ich meinen Stock noch zum Fotografieren, da er ein sehr gutes Einbeinstativ ist. Mein Stock ist sehr alt, auf jeden Fall sieht er so aus. Funktioniert aber immer noch einwandfrei. Ich bin der stolze Besitzer eines ca. 15 Jahre alten Komperdell mit Camera Mount System (wahrscheinlich ein Vorgänger des Camera Staff). Aber es ist nicht nur die Stativ-Funktion die den Stock so besonders macht. Ich mag auch die Ausführung mit der oben aufgeschraubten Kork-Kugel (die zur Stativnutzung abgeschraubt wird) sehr. Gerade beim Bergablaufen gleitet und schwingt der Stock quasi durch die Hand und stützt optimal.

 

Update: Bereits seid einiger Zeit beschäftige ich mich mit einem klassischen Holz-Wanderstab. Da dieser aber auf Reisen eher unpraktisch ist, suchte ich eine teilbare Variante. Da gibt es schon einige im Internet zu kaufen. Diese Stöcke kommen vor allem aus der "Jagd-Scene" und sind ziemlich teuer. Außerdem gibt's noch teilbare Wanderstöcke als sogenannte Alpenstangen. Auch das schien mir preislich stark übertrieben.

Also habe ich mich an einem "Eigenbau" versucht. Im Internet kann man schließlich alles kaufen, was man braucht. Den Stock kann man aus dem Wald holen (zuerst den Förster fragen), schälen, lagern, trocknen und zuschneiden, später lackieren. So weit so gut. Die Verbindungselemente (Verschraubungen) muss man zunächst konstruieren (wenn man´s kann), dann eine Skizze erstellen und anfragen. Alle Angebote, die ich bekam haben mich "hinten rüber schlagen lassen". Allein für die Verschraubungen kann ich mir auch einen teuren Jagd-Stock kaufen. Also keine gute Idee.

Jetzt habe ich mir einen Stock bestellt, vor dem ich lange zurückgeschreckt bin. Ich hatte eine schlechte Qualität vermutet, weil der Stock bei den Bewertungen im Netz sehr schlecht gemacht wurde. Dann kam der Stock und siehe da, der bestellte Stock ist preiswert und gut. Für 15,-€ kann niemand einen solch wertigen, teilbaren Stock herstellen. Und wer sagt, dass dieser Stock nichts taugt, hat mit Sicherheit noch nicht probiert selbst einen zu bauen. Mit einem Adapter ausgerüstet kann der neue Holzstock sogar auch als Einbeinstativ verwendet werden. Perfekt.

Wusstet ihr, dass es in den Andenkenläden immer noch diese Stocknägel zu kaufen gibt? Ich habe mir in Freiburg einen mit einem stilisierten Hirschkopf gekauft. So einen hatte ich als Kind auch schon.

 

Wanderschuhe sind wichtig. Ich würde niemals ohne festes Schuhwerk auf eine Wanderung gehen. Für mich ist es fahrlässig kein festes Schuhwerk zu tragen. Auch bei noch so gut ausgebauten Wegen kommst du immer mal wieder an Stellen, wo du ordentlichen Halt brauchst. Da die einzige Verbindung zwischen dir und dem Wanderweg über die Schuhe geht, sind feste Schuhe so wichtig wie die Reifen am Auto. Ich nutze die Lowa Renegade. Ich glaube zum Wandern in Mittelgebirgen wie dem Schwarzwald ist das eine gute Wahl. Ich habe mal eine Saison einen Hanwag ausprobiert, da er bei vergleichbarer Ausstattung eine festere Sohle haben sollte. Ich bin damit aber auch nicht besser klar gekommen, also bin ich zum alt bewährten zurückgekehrt. Die Schuhe sind gut, aber schlecht zu schnüren. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Ösen und Haken früher größer waren. Vielleicht hat meine Geschicklichkeit beim Schnüren aber auch nachgelassen. Bei einer Wanderleistung von ca. 600 Km pro Jahr hält der Schuh in etwa 2 Jahre. Wenn man früh genug bemerkt, dass die Sohle abgelaufen ist, kann man sie im Fachgeschäft neu besohlen lassen. Das spart Geld. Für mich ist wichtig, dass der Knöchel gut geschützt ist, deshalb nutze ich immer einen hohen Wanderschuh. Mehr kann ich zu Schuhen nicht sagen. 

 

Ich habe auch einen Deuter. Ich glaube die meisten Wanderer im Schwarzwald haben einen Deuter. Ich mag meinen Futura Pro, weil er dieses Gitter am Rücken hat, das eine Durchlüftung ermöglicht (hat mein Jack Wolfskin Fotorucksack übrigens auch). Außerdem ist er mit seinen 36 Litern groß genug für Wanderausrüstung und Fotoapparat. Die Platzaufteilung ist gut und durch die Mittentrennung kann auch z.B. unten nasses Zeug eingepackt werden und das oben eingepackte bleibt trocken. Der Bauchgurt ist mit 2 Taschen für Kamera-Akkus und Taschenmesser bestückt (ich glaube man könnte auch anderes Zeug reintun?). Die Seitentaschen sind gut für Trinkflasche und Zusatzausrüstung und der Rucksack ist gut auf meine Größe einstellbar.

Update: Nach 8 Jahren habe ich mir das neue Modell gekauft, da doch mittlerweile Abnutzungsspuren sichtbar wurden, obwohl ich nach wie vor mit dem Modell sehr zufrieden war. Ich wurde sehr positiv überrascht. Alle guten Eigenschaften des Rucksacks wurden erhalten. Statt dessen wurden einige Verbesserungen umgesetzt. Das fängt an bei besserer Organisationsmöglichkeit durch mehr und an den richtigen Stellen angebrachte Taschen, geht über fantastisch funktionierende Reißverschlüsse und Schlaufen und endet bei einer riesen Gewichtseinsparung bis ins letzte Detail (selbst bei Schlaufen und Schnüren).

 

Ich bin zertifizierter Wanderführer. Dass ich eine Erste-Hilfe-Ausrüstung dabei habe ist für mich klar. Es muss hier nicht immer das teuerste sein, ausgedientes Material aus einem abgelaufenen Auto-Verbandkasten tut’s auch. Dreieckstücher und Rettungsdecke (Warmhalte-folie) sind erst mal wichtig, da sie für verschiedenen Anwendungen nützlich sind. Die Rettungsdecke ist zum Beispiel auch als Lichtspiegel beim Fotografieren einsetzbar, deshalb habe ich auch eine im Fotorucksack. Außerdem steriles Material zur Wundabdeckung. Ich habe noch Heftpflaster, Sicherheitsnadeln, Penaten Creme und was gegen Krämpfe dabei, das war’s. Wichtig ist dann noch das EH-Wissen auf einem aktuellen Stand zu halten. Ach ja, ein geladenes Handy kann auch noch helfen.

 

Der Sonnenschutz ist für mich elementar. Was viele nicht wissen, einige Menschen bekommen einen Sonnenbrand oder schlimmeres, wenn sie sich nicht entsprechend schützen. Das heißt für mich erst einmal, ich muss meinen Kopf schützen (Hut, Mütze oder sowas). Ich mag diese Schirmmützen (nicht die Baseballcaps, die anderen). Da gab es lange Zeit welche von Jack Wolfskin, die hatten ein faltbares Schild. Das ist ungemein praktisch, wenn du mal unterwegs eine Kirche besichtigen willst. Dann nimmst du die Mütze einfach ab, faltest du sie zusammen und steckst sie in die A….tasche. Leider sind diese Mützen scheinbar weg vom Markt, schade.

Das nächste was ich immer brauche ist eine gute Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor. Heutzutage gibt es sogar schon welche, die nicht so sehr kleben.

Dann die Sonnenbrille. Sieht nicht nur cool aus, schützt auch die Augen. Früher habe ich mir jedes Jahr eine neue coole Sonnenbrille gekauft (weil die länger nicht gehalten haben), so hatte ich immer ein cooles Modell. Heute kommt meine Sonnenbrille vom Optiker und hat einen Schliff und muss möglichst lange halten. Ist nicht ganz so cool wie früher, dafür sehe ich alles.

 

Der Klassiker unter den Outdoor-Werkzeugen gehört unbedingt in den Rucksack. Am Liebsten nehme ich das mit dem roten Griff mit. Ich habe eins, da ist eine große Klinge und ein Korkenzieher dran. Mir reicht das um mal ein Brot zu schneiden, einen Stein aus der Sohle zu puhlen oder eine Flasche aufzumachen.

 

Fast hätte ich die vergessen zu erwähnen. Dass man die braucht merkt man erst, wenn man sie mal vergessen hat. Für Autoreifen wurden die in den 70er Jahren verboten, für Schuhe gibt es die immer noch. Gemeint sind diese Stahl- oder Kunststoffstollen, die man mittels Gummiband unter den Schuhen befestigen kann. Wenn es im Winter mal eine Eis-Piste entlang geht, sind die Dinger wirklich Gold wert. Wer lieber mal ausrutscht, braucht die natürlich nicht.