Kameras

 

Kodak Instermatic 200

Damit hat 1973 alles angefangen. Mit diesem kleinen Fotoapparat habe ich erste fotografische Erfahrungen gesammelt. Für ihre Zeit war die Kamera ultra-modern. Sie wurde nicht mehr mit einer Filmrolle sondern mit einer Filmkassette beladen. Verglichen mit dem Einlegen eines Kleinbildfilms war diese Möglichkeit fast narrensicher. Auch der Blitz war neu. Statt eines Blitzlichtgerätes in dem nach jedem Blitz die Blitzlichtbirne gewechselt werden musste gab es jetzt den Blitzwürfel. Mit jedem Blitzwürfel, der oben auf der Kamera Kontakt und Halt fand konnten 4 Blitzungen durchgeführt werden. Mit dem Spannen der Kamera mit dem Daumen an der Unterseite der Kamera wurde auch ein Mechanismus ausgelöst, der den Blitzwürfel um 90 Grad drehte und somit ein unverbrauchter Blitz in Richtung Motiv zeigte. Nach dem 4ten Blitz konnte der Würfel nur noch entsorgt werden. Wenn ich mich richtig erinnere gab es 4 Blitzwürfel in einem Blitzriegel für eine Mark achtzig.

 

Praktica Super TL1000

Mit keinem anderen Fotoapparat habe ich mehr analoge Fotos gemacht als mit diesem. Nachdem mein Interesse an der Fotografie geweckt war und mir die kreativen Möglichkeiten klar wurden, habe ich die Kamera zeitweise nicht mehr aus der Hand gelegt. Gekauft habe ich die Kamera zusammen mit einem 50er und einem 135er Objektiv. Mehr war nicht drin anfangs. Später habe ich dann noch das 28er und das 80-200er Schiebezoom gekauft. Das war ein tolles Ding und sah mächtig wichtig aus. Fotografiert habe ich mit der Kamera so ziemlich alles. Personen auf Feiern genauso wie Landschaften. Der Objektivwechsel mit dem M42-Gewinde war etwas kompliziert, aber für den Anfang war das besser als nichts. Fokussiert wurde natürlich manuell, wie alles andere auch manuell eingestellt wurde. Hier waren Erfahrungswerte und gute Sprüche gefragt. „Die Sonne lacht nimm Blende acht“ und „Für Mensch und Tier nimm Blende 4“ kommen aus dieser Zeit. Der eingebaute Belichtungsmesser half natürlich auch die richtige Belichtung zu treffen. Aber Programme wie Zeit- oder Blendenautomatik kannte diese Kamera nicht. Der heutzutage von vielen Fotografen gefürchtete manuelle Modus war damals der Standard. Die hyperfocale Distanz war kein Zauberwort sondern etwas mit dem jeder Fotograf etwas anfangen konnte.

Angefangen habe ich mit Farbnegativfilmen. Das muss man sich heute mal vorstellen. Ein Film für bis zu 36 Aufnahmen. Zuerst den Film kaufen (Haltbarkeitsdatum beachten), dann in die Kamera einlegen und auf Anfang spulen, dann vor jeder Aufnahme den Auslöser spannen, Knipsen, am Ende den Film mechanisch mit der kleinen Kurbel zurück in die Filmrolle rollen, den Film entnehmen und in die Kunststoffdose stecken, zum Fotohändler gehen und den Film entwickeln und die Fotos belichten lassen. Da vergingen schon mal zwischen Fotografieren und Fotos ansehen 2 bis 3 Wochen. Zum Glück war es meist möglich schlecht belichtete oder verwackelte Bilder beim Fotohändler nicht anzunehmen und auch nicht bezahlen zu müssen.

Der ISO-Wert wurde zu dieser Zeit nicht über die Kamera eingestellt, sondern durch die Auswahl des entsprechenden Films. Es gab also Filme die grobkörniger waren als andere. Je feinkörniger desto lichtempfindlicher. Das heißt für Nachtaufnahmen brauche ich einen anderen Film als für Tageslichtaufnahmen, wenn ich das Optimale rausholen will. Und war der Film erstmal in der Kamera musste er auch „aufgeknipst“ werden. Ein Wechsel des Films / der Körnigkeit war zwischendrin nicht möglich. Deshalb wurden meist Kompromisse gewählt. Ich erinnere mich, dass der Diafilm Agfacolor CT18 eine gute Wahl war.

Dann hatte ich meine Schwarzweißzeit. Das Fotolabor hatte ich mir von Rainer geliehen. Filme selber entwickeln und dann auf Fotopapier belichten, das war schon „die hohe Schule“. Kann man sich heute kaum noch vorstellen. Heute musst du RAW-Aufnahmen machen, damit du optimale Bedingungen für die Nachbearbeitung hast, sagen die Leute. Früher hast du die Nachbearbeitung bei der Entwicklung durch die Auswahl der Chemikalien, durch die Auswahl des Fotopapiers oder durch Veränderung der Belichtungs- und Entwicklungszeiten gemacht. Da war noch Foto-Know-How gefragt. Heute macht das alles (und noch mehr) Lightroom oder Photoshop.

Dann habe ich mich für Dias entschieden. Bei Dias entfiel auf jeden Fall schon mal das Belichten auf Papier, das war dann nicht ganz so teuer. Und Diafilme waren immer feinkörniger; sie wurden ja vergrößert an die Wand geworfen. Ansehen konnte man sich die Teile aber nur auf einem speziellen Betrachter, einem Lichtrahmen oder mittels Diaprojektor (sowas wie ein Beamer) auf eine Leinwand geworfen. Da traf man sich dann am Wochenende zu Bier und Chips und Diashow. Ein echtes Event.

Das war auf die Dauer schon ziemlich teuer. Der Vorteil war aber, man musste sich genau überlegen, was man wie fotografieren wollte. Weggeworfene Fotos gab es praktisch nicht. Das hat den fotografischen Anspruch ausgebildet.

 

Minolta SRT303b

Die Minolta habe ich von Vatta geerbt, nachdem er mit dem Videofilmen begonnen hatte. Die Minolta war eine echte Weiterentwicklung für mich. Diese Kamera war nicht nur um Längen besser als meine Praktica, es gab auch sehr gute Objektive dazu. Außerdem hatte diese Kamera einen Bajonettverschluss um die Objektive zu adaptieren. Das ging wesentlich schneller als beim M-42 und die Gefahr, dass Staub ins Gehäuse eindringen konnte war viel kleiner. Insgesamt war die Handhabung der Minolta aber genauso wie bei der Praktica. Alles wurde manuell eingestellt und die Körnigkeit eines Fotos war immer noch durch den Film und ggf. das Fotopapier gegeben. Die Ausrüstung insgesamt war TOP. 

 

Kodak DC240

Die Kodak war für mich eigentlich nur der Wiedereinstieg in die Welt des Fotografierens. Nachdem ich einige Jahre nicht fotografiert hatte sollte alles einfach sein. Außerdem wollte ich dann auch den Einstieg in die digitale Welt machen. Das 1,3 Megapixel aufgelöste Bild kann heute niemanden mehr hinter dem Ofen vorlocken aber zu den Anfängen der digitalen Kompaktkameras war dieses Ding schon ganz gut ausgerüstet mit 3fach Zoom und Blitz. Ich habe die Kamera auch beruflich genutzt und viele unwiederbringliche Momente damit festgehalten. Kunstwerke sind da wohl nicht dabei und über Rauschverhalten spricht man wohl lieber nicht, aber der Schritt in eine für mich neue, digitale Fotowelt war getan.

 

Sony DSC F-828

Die legendäre F828. Schade, dass die Kamera irgendwann kaputt ging und sich eine Reparatur nicht mehr lohnte. Die hätte ich gerne weiter genutzt. Bereits damals war Sony sehr innovativ. Zum ersten Mal wurde ein Sensor mit einer zusätzlichen Farbe (Super HAD CCD, 8 Megapixel Auflösung mit vierfarbigem Filter (RGB plus "Emerald", eine Art Türkis) eingesetzt. Ich fand das Ergebnis überragend. Der mehr auf grün ausgerichtete Sensor zeigte Landschaftsaufnahmen sehr gut an. Überhaupt war diese Bridgekamera mit allem ausgerüstet, was eine gute Kamera braucht. Zum Beispiel der nach oben / unten drehbarer Kameragriff. Man hielt das Objektiv wie gewohnt mit der linken Hand und drehte mit der rechten Hand das gesamte Bedienteil (inkl. Bildschirm) einfach nach oben / unten. Kein Vergleich mit dem heute manchmal etwas fummeligen Ausklappen des Kameradisplays. Warum es kein Nachfolgemodell gab hat sich mir nie erschlossen.

Ich habe mir die Kamera vor dem Cornwall-Wanderurlaub gekauft und profitiere heute noch davon (wegen der tollen Aufnahmen vom Atlantik und der einzigartigen Landschaft im Mai). Wegen der hohen Dynamik der F828-Fotos könnte man denken sie wären mit einer Fuji-Kamera gemacht worden.

 

Canon EOS 60d

Meine erste digitale Spiegelreflex-Kamera. Da war ich schon ziemlich stolz drauf. Obwohl mir mein Fotohändler zu einer Nikon geraten hat, habe ich mich für Canon entschieden. Ich fand die einfach besser. Ein bisschen hat mir diese Kamera die Welt vor der Digitalisierung der Fotowelt zurück gebracht. Manuelle Einstellungen waren fast kein Problem mehr, wenn man erstmal das Kameramenü verstanden hatte. Dass die Kamera nur einen ASP-C-Sensor hatte hat mich nie gestört. M.E. muss es nicht immer Vollformat sein. Zum Testen der kreativen Möglichkeiten ist die Sensorgröße erstmal zweitrangig. Viel wichtiger sind die Einstellmöglichkeiten. Schnell auf neue Situationen reagieren zu können war immer mein Wunsch, eben so wie in der analogen Zeit. Ich hatte ein 50er Canon-Kunststoffobjektiv mit hoher Lichtstärke, ein Tamron 24-70 und ein Sigma 18-250 Objektiv zur Verfügung. Alles in allem war ich lange Zeit zufrieden mit dem was ich hatte. Dann etablierte sich Fujifilm mit einem völlig neuen (eigentlich alten) Konzept auf dem Markt.

 

Fujifilm X20

Ursprünglich habe ich mich eigentlich für die Fuji X100 interessiert. Das war genau das was ich mir wünschte. Großer Sensor, alles (wirklich alles) von Hand einzustellen. Und dazu noch edles Aussehen. Aber leider kann das Objektiv nur eine Brennweite. Für Minimalisten mit Sicherheit die beste Wahl, aber ich habe mich nicht getraut mir eine Kamera ohne Zoom zu kaufen. Also habe ich meinen Einstieg in die Fujifilm-Welt mit der X20 begonnen. Ich habe diese Entscheidung bis heute niemals bereut.

Die X20 ist eine schöne kleine Sucher-Kamera, sie wird durch Drehen des edel aussehenden Objektives gestartet. Der Brennweitenbereich mit 4fach Zoom ist für meine Belange völlig ausreichend. Der 12 Megapixel 2/3 Zoll X-Trans CMOS II Sensor mit Hybrid Autofokus (TTL Kontrast AF/TTL Phasen AF) ist gut und macht schnell schöne Fotos. Die Möglichkeit der Voreinstellung mit der Fuji-Filmsimulation finde ich toll. Für Landschaften ist Velvia eine gute Voreinstellung. Du wirst immer mal wieder darauf angesprochen, wenn du mit der Kamera unterwegs bist. Das ist mir zuvor noch nie passiert. 

 

Fujifilm X-T1

Bereits bevor diese Kamera herauskam wusste ich, dass das meine Kamera wird. Ich wollte dann aber auch die „graphite silber“ Version haben, obwohl die teurer war und ich auf das Erscheinen länger warten musste. Mehr Kamera braucht keiner. Punkt (außer vielleicht noch einen IBIS?)

Eine moderne Kamera, die den Stand der Technik bildete und dazu aussieht als wäre sie aus den 70er Jahren. Dazu die Bildwerte überragend und die Bedienung so einfach wie zur analogen Zeit. Und der elektronische Sucher der keine merklichen Verzögerungen darstellt wie ich finde und der schnelle Autofocus.

 

 

Fujifilm X-E3

Wenn du gute Fotos gewohnt bist und auch mal mit etwas weniger Equipment unterwegs sein willst, ist die Kombination X-E3 und XF18-55 eine gute Wahl. Für mich ist das die kleine Ausrüstung. Die kann ich auch schon mal zum Wandern mit nehmen, wenn der Weg nicht zu lang ist. Die Kamera bietet bis auf kleine Einschränkungen den Bedienkomfort der großen X-T1 und die Fotos sind nach wie vor überragend.

 

 

Sony RX100III

Nachdem ich jetzt alle meine Kameras „über den grünen Klee“ gelobt habe bleibt für die kleine Sony kaum noch was übrig, könnte man denken. Ist aber nicht so. Die kleine, die immerhin auch einen 1“-Sensor besitzt füllt eine echte Lücke. Nachdem ich festgestellt habe, dass ich mit dem Handy keine guten Bilder machen kann (da die Ergebnisse mehr oder weniger zufällig sind) musste etwas her das man wirklich immer dabei haben kann. Ich habe wirklich lange überlegt und alle möglichen Tests rauf und runter gelesen. Obwohl es die RX100 mittlerweile in der Version 6 gibt habe ich mich bewusst für die Version 3 entschieden, da sie mit ihrem lichtstarken Objektiv genau meinen Wunsch-Brennweitenbereich abdeckt. Dass man ein gutes Zoomobjektiv, einen großen Sensor, einen Blitz, einen Sucher und ein Klappdisplay auf gerade einmal 165 cm³ unterbringen und damit auch noch ordentliche Fotos machen kann verdient schon besonderen Respekt.

 

Fujifilm X-T4

(Ohne Worte)