Argenwanderung, Teil 2 (Mai 22)

Wir waren, zum Akklimatisieren, bereits einen Tag zuvor angekommen. Der Sommer war schon vor uns da. Die Temperaturen am Bodensee kletterten gerade in die Höhe. Am Wandertag waren es Mittags nur 28°C, am Tag danach sollten es schon 31°C werden.

Wie verabredet kamen Heike und Gerd am Wandertag um 10:00 Uhr zu uns ins Hotel und wir konnten starten. Den Weg kannten wir ja jetzt schon von unserer März-Vorwanderung und so war das erste Tagesziel der Yachthafen von Kressbronn und die Argenmündung. Es ist wirklich beachtlich, welch große Yachten dort herum stehen.

Die Vegetation war natürlich eine völlig andere als im März des Jahres. Ich wusste noch, dass ich bei unserer ersten Wanderung an dieser mächtigen Eiche das erste Foto gemacht hatte und so sollte es auch bei dieser Wanderung sein. Ich muss sagen, belaubt sieht der Baum noch mächtiger aus.

Wir starteten also unseren Weg ins „Landesinnere“ entlang der Argen mit dem Etappenziel „Hängebrücke“. Ich glaube Gerd hatte keine Lust die Adern nachzuzählen, also blieben wir bei den beschriebenen 259 Einzeldrähten. Im Unterschied zur ersten Wanderung starteten wir diesmal, so wie Regine es aus der Wanderbeschreibung herausgelesen hatte, auf der rechten Flussseite, um die Argen dann über die Hängebrücke zurück zu queren. Linksseitig war mehr Schatten, was bei den anstehenden Temperaturen schon eine gewisse Bedeutung hatte.

Kennst du das Gefühl, dass du viel schneller voran kommst, wenn du in Gesellschaft wanderst. Ich glaube, du wirst gefühlt immer schneller, je länger du deine Freunde nicht mehr gesehen hast. Es gibt halt viel zu erzählen … Auf Anhieb fällt mir da vor allem ein: Heumilch, selbstgemachte Marmelade mit Stückchen, Holunderblüten-Marmelade ohne Stückchen, warme oder kalte Haferflocken in Milch (das ist hier die Frage), Haut auf dem Pudding und andere Themen, die gar nichts mit Essen zu tun haben.

So erreichten wir Schloss Giessen dann auch kurz hinter der Giessenbrücke und wanderten von dort aus durch Obst- und Hopfenplantagen unter einer bereits warmen Sonne weiter. Wir sahen den Erntehelfern in diesen kleinen Wagen bei der Erdbeeren-Ernte zu.

 

Dann kam sie. In der Wegbeschreibung standen 70 Höhenmeter. Ich glaube die sind hier an einem Stück zu bewältigen. Zum Glück führt der Weg komplett durch schattigen Bereich. Oben machten wir dann erst einmal eine Pause und genossen den Tag.

Bei unserer Wanderung im März sind wir den kürzeren Weg über Berg hinunter nach Kressbronn gewandert. Diesmal wollten wir auf dem Hauptweg (Jakobsweg "Meckenbeuren – Nonnenhorn") bleiben, um hinab zum See zu gehen. Es ist ein deutlich schönerer Weg, aber es ist auch etwas weiter. So hatten wir am Ende fast 18 Km hinter uns gebracht und freuten uns jetzt darauf die Füße hoch zu legen und uns Abends dann wieder zu einem Bierchen zu treffen. 


Argenwanderung, Teil 1 (März 22)

 

Wie heißt das eigentlich? Der Argen, die Argen? Ich hatte den Namen vorher noch nie gehört. Die Argen ist ein Fluss, der im baden-württembergischen Bodenseekreis zwischen den Gemeinden Kressbronn und Langenargen von Nordosten in den Bodensee mündet. Damit ein Nebenfluss des Rheins, ist sie mit einer mittleren Wasserführung von rund 20 m³/s der drittgrößte Zufluss des Bodensees. Damit bekommt die Aussage, dass "etwas im Argen liegt" eine völlig neue Bedeutung.

Während unseres Besuchs in Nonnenhorn am Bodensee Mitte März 2022 hatten wir uns auf jeden Fall entschieden erst einmal ins Landesinnere zu wandern. Da bot sich die Wanderung von Kressbronn zur Argenmündung, die Argen hinauf zur Giessenbrücke und zurück über Berg nach Nonnenhorn direkt an.

Dass man auf dieser Wanderung den Bodensee nicht sooft sieht, macht nichts. Dafür wanderst du dicht entlang des Flüsschens flussaufwärts. Nach einigen Kilometern kommst du zur Kabelhängebrücke von 1897 (ja richtig, das ist das Jahr, in dem das Schweizer Taschenmesser als Marke geschützt wurde). Die Brücke ist schon ein echter Hingucker, die Tragseile haben einen Durchmesser von 133 mm und bestehen aus 259 Einzeldrähten (einfach mal nachzählen).

Weiter geht´s entlang des Flusses, mal durch Wälder oder Wiesen, dann wieder vorbei an Obstplantagen oder Hopfenfeldern, sehr abwechslungsreich. Unsere Pause haben wir zum Glück nicht an der, in der Wanderbeschreibung angegebenen Stelle nahe der Bundestraße gemacht, sondern an einer schönen ruhigen Stelle nahe der Argen. Erst hat uns ein Kleiber ein wenig Gesellschaft geleistet, später war das Gurgeln des Flüsschens das einzige Geräusch, das wir warnahmen.

Ab der Giessenbrücke ging es dann wieder Richtung See. Das Schloss Giessen mit seinen gotischen Treppengiebeln ist schon von weitem zu sehen. Leider sind auf dem Rückweg immer wieder Straßenabschnitte zu bewandern. So auch dieser. Das Straßenschild weist schon darauf hin: 15% Steigung. Da kommst du schon ins schwitzen. Oben ist dann das Tor für Wanderer, neben der offenen Einfahrt, sehr witzig ...

Jetzt sind wir auf dem Jacobusweg. Neben den normalen Wegzeichen mit der Jakobsmuschel haben fantasievolle Zeitgenossen echte Muscheln aufgehangen. Entlang der Straße hinauf nach Berg (das heißt nicht nur so) und dann hinab ins Tal Richtung Kressbronn. Habt ihr schon mal das bunte Haus in Kressbronn gesehen?

Auf der Bank direkt am See gab es dann den letzten Müsliriegel, bevor wir uns auf den letzten Teil der Wanderung nach Nonnenhorn begaben.

 

Alles in allem eine schöne Wanderung, ein bisschen viel Straße, aber es ist ja auch nicht der Schwarzwald. Die Aussichten von oben auf den See waren grandios und die Besonderheiten an der Strecke schön anzusehen.

 

 

Mal sehen, wie das im Mai wird, wenn wir wiederkommen ...